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Praktische Theo­lo­gie & Religionspädagogik

Die Praktische Theo­lo­gie/Religionspädagogik be­schäf­tigt sich als wis­sen­schaft­liche Disziplin mit Fragen gelebter und gelehrter Religion. Sie un­ter­sucht im Besonderen wie Kin­der, Jugendliche und Erwachsene sich Religion unter den Be­din­gun­gen einer pluralisierten Gesell­schaft lebensweltlich aneignen, wel­che Bildungsaufgaben sich daraus ergeben und wie diese im Un­ter­richt und an anderen Lernorten, wie Gemeinde, Kultur, Me­di­en, bearbeitet wer­den kön­nen. Zu diesem Zweck greift die Praktische Theo­lo­gie/Religionspädagogik auf ein breites Methodenrepertoire zu­rück, das sowohl Me­tho­den der empirischen Sozial- und Un­ter­richts­for­schung, der Hermeneutik, als auch der sys­te­ma­tisch­en Normbegründung umfasst. Zugleich ist die Religionspädagogik dadurch auch inhaltlich grundlegend in­ter­dis­zi­pli­när ausgerichtet. Ziel ist die Erarbeitung und Dis­kus­si­on religionspädagogischer The­o­ri­en, die pastorales und unterrichtliches Handeln orien­tieren.

Prof. Dr. Claudia Gärtner

Pro­fes­sur für Praktische Theo­lo­gie

An der Pro­fes­sur für Praktische Theo­lo­gie wer­den in der For­schung Schwer­punkte auf religionspädagogische Fragestellungen gelegt und religiöse Bildungsprozesse an schulischen und außerschulischen Lernorten fokussiert. Dabei wer­den die The­men weitgehend in­ter­dis­zi­pli­när bearbeitet, wobei ins­be­son­de­re der Dialog mit der Kunst­wis­sen­schaft, den Erziehungswissenschaften sowie der kritischen und politischen Bil­dung gesucht wird. Methodisch wer­den sowohl hermeneutische als auch qualitativ-empirische Ansätze angewandt. Folgende Themenschwerpunkte stehen der­zeit im Fokus.

Die Er­for­schung von Funktionen und Wirkungen von Kunst in religiöser Bil­dung zählt zu den zen­tra­len Arbeitsfeldern an der Pro­fes­sur. Hierzu wurde an der Pro­fes­sur eine Arbeitsstelle für religiöse Bildkompetenz und Bilddidaktik (ReBiBiein­ge­rich­tet. Derzeit wer­den zwei The­men drittmittelgestützt un­ter­sucht:

  1.  Er­for­schung und Ent­wick­lung heterogenitätssensibler Lern­pro­zes­se mit Kunst im Religionsunterricht. Eine empirische Un­ter­su­chung adaptiven Lernens (DFG-finanziert; mit Prof. Dr. Britta Konz, TU-Dort­mund)

  2.  „Gegenstände religiöser Bil­dung und Praxis – Funktion und Gebrauch von materiellen Objekten und Artefakten in exemplarischen Räumen“. (DFG-Netz­werk mit Prof. Dr. Antja Roggenkamp, Münster/Prof. Dr. Sonja Keller, Neuendettelsau).

In diesem For­schungs­schwer­punkt wird der Fra­ge nachgegangen, welchen Bei­trag eine Religionspädagogik angesichts der Klimakrise im Rah­men von Bil­dung für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung leisten kann. Dabei wird die Klimakrise als Teil einer multiplen Krise gedeutet, die nicht allein durch individuelles Handeln, sondern politisch und gesellschaftlich bewältigt wer­den muss. In diesem For­schungs­schwer­punkt wird da­her er­ar­bei­tet, wie religiöse Bil­dung für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung als eine dezidiert politisch dimensionierte ausgerichtet sein kann. Das The­ma wird in enger Zu­sam­men­arbeit mit der AKRK-Arbeits­gruppe „Religiöse Bil­dung für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung er­forscht.

Im Rah­men der Fachdidaktischen Entwicklungsforschung wer­den unterrichtsnahe Projekte durch­ge­führt mit dem Ziel, sowohl konkrete Lernsettings zu ent­wi­ckeln als auch die fachdidaktische Theoriebildung vo­ran­zu­trei­ben.

Obwohl die Religionspädagogik weitgehend hermeneutisch ausgerichtet ist und erst in den letzten Jah­ren ver­stärkt auch empirische Me­tho­den angewandt wer­den, sind methodologische Reflexionen hermeneutischen Arbeitens in der Religionspädagogik rar. Zusammen mit Wis­sen­schaft­ler*innen der evangelischen, katholischen und islamischen Religionspädagogik wer­den in diesem For­schungs­schwer­punkt Fragen nach der fachspezifischen Fundierung religionspädagogisch-hermeneutischer For­schung reflektiert, forschungsmethodische Zugänge in Hinblick auf ih­re in­ter­dis­zi­pli­nä­re Anschlussfähigkeit diskutiert und die Er­geb­nisse in ei­nem Handbuch publiziert. Eine För­de­rung durch die DFG ist beantragt.

JProf. Dr. Alexander Unser

Pro­fes­sur für Religionsdidaktik

An der Dort­mun­der Pro­fes­sur für Katholische Theo­lo­gie und Religionsdidaktik wird der Ansatz einer em­pi­risch orientierten Religionsdidaktik vertreten. Schwerpunktmäßig wer­den in For­schungs­pro­jek­ten empirische Me­tho­den eingesetzt und weiterentwickelt, um detaillierte Kennt­nisse über Lehr- und Lern­pro­zes­se zu ge­win­nen. Diese Kennt­nisse wer­den als eine Grundlage dafür gesehen, re­le­van­te Sinnzusammenhänge zu ver­ste­hen (Hermeneutik) und Bildungsziele adäquat zu begründen.

For­schungs­schwer­punkte

Während in den letzten Jahrzehnten das Pluralitätsparadigma innerhalb der Religionsdidaktik zu einer Fülle von For­schungs­pro­jek­ten und didaktischen Entwürfen geführt hat, sind Fragen der sozialen Benachteiligung, der Heterogenität und der Milieuverengung im Religionsunterricht wenig the­ma­ti­siert worden. Der erste For­schungs­schwer­punkt fragt danach, wie ungleiche Lernbedingung im Religionsunterricht ent­ste­hen, inwiefern der gegenwärtige Religionsunterricht die soziale und kulturelle Heterogenität der Schü­ler­in­nen und Schüler be­rück­sich­tigt und wel­che didaktischen Strategien dazu geeignet sind, ungleiche Lernbedingungen zu überwinden.

Die Fra­ge danach, ob Religion und Religiosität für das Zusammenleben unterschiedlichster Men­schen in einer liberalen De­mo­kra­tie eher förderlich oder eher hinderlich sind, wird wis­sen­schaft­lich kontrovers diskutiert. Es lassen sich sowohl Befunde anführen, die Religion und Religiosität einen positiven Ein­fluss auf das Zusammenleben von Bürgerinnen und Bürgern zuschreiben, wäh­rend andere Studien auf mögliche demokratiehemmende Aus­wir­kungen hinweisen. Der zweite For­schungs­schwer­punkt zielt darauf ab zu rekonstruieren, unter welchen kontextuellen Be­din­gun­gen Religion und Religiosität fördernde oder hemmende Aus­wir­kungen auf das Zusammenleben in Demokratien entfalten und in welchen lebensweltlichen Zusammenhängen Kin­der und Jugendliche eine demokratiefördernde bzw. -hemmende Religiosität ent­wi­ckeln.

Aktuelle Drittmittelprojekte

Mensapläne

Anfahrt & Lageplan

Der Cam­pus der Technischen Uni­ver­si­tät Dort­mund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dort­mund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dort­mund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Cam­pus Süd, die Abfahrt Dort­mund-Dorstfeld auf der A40 zum Cam­pus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Uni­ver­si­tät ausgeschildert.

Direkt auf dem Cam­pus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dort­mund Uni­ver­si­tät“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 15- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dort­mund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duis­burg. Außerdem ist die Uni­ver­si­tät mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, au­ßer­dem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.

Zu den Wahrzeichen der TU Dort­mund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dort­mund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Cam­pus Süd und Dort­mund Uni­ver­si­tät S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Cam­pus Nord und Cam­pus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zu­rück.

Vom Flughafen Dort­mund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dort­mun­der Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Uni­ver­si­tät. Ein größeres Angebot an inter­natio­nalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Ki­lo­me­ter entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Uni­ver­si­tät zu erreichen ist.