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Drittmittelprojekt

ZER - Zusammenhalt in Europa durch Religion

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Projektteam

Leitung: JProf. Dr. Alexander Unser & JProf. Dr. Matthias Kortmann

Mit­ar­bei­ter*innen: Dr. des. Anna W. Klie, Jonas Bonke, Katharina Krahé & Laura Nette

Fi­nan­zie­rung & Projektlaufzeit

Das For­schungs­pro­jekt wird vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bildung und For­schung (BMBF) mit ca. 875.000,- € ge­för­dert.

Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre (12/2020-11/2023).


Problemkontext

Trägt Religion zum Zusammenhalt in Europa bei oder führt sie zu Spaltungen innerhalb der und zwischen den Mitgliedsländern der Euro­päi­schen Un­ion? Kaum eine Fra­ge hat in den eu­ro­pä­isch­en politischen und ge­sell­schaft­li­chen Debatten der letzten Jahre eine ver­gleich­bare Brisanz ent­wickelt. Zum einen bilden gerade die drei ab­ra­hamitischen Religionen – Judentum, Christentum und Islam – eine wichtige kulturelle Grund­lage unserer eu­ro­pä­isch­en Geschichte. Zum anderen un­ter­schei­den sich die einzelnen eu­ro­pä­isch­en Länder jedoch in hohem Maße hinsichtlich der öf­fent­lichen Be­deu­tung von Religion sowie der Bewertung und des Umgangs mit einzelnen Reli­gionen (vor allem mit Blick auf den Islam), was für die Entstehung eines gemein­samen kultu­rellen Selbstverständnisses innerhalb der Euro­päi­schen Un­ion eine große Herausforde­rung darstellt.

Zugespitzt hat sich die Fra­ge nach Religion und Zusammenhalt in Europa durch die Flucht- und Migrationsdynamiken der ver­gang­enen Jahre. Einerseits haben sich Spannungen zwi­schen den EU-Mitgliedsländern ergeben, die sich nicht darauf einigen konn­ten, die vorhandenen Risiken und Belastungen gemeinschaftlich zu tragen. An­der­er­seits ver­stärkt sich auch innerhalb der Ein­zelstaaten eine Pola­risierung zwischen einwanderungsfreundlichen Bevölkerungstei­len und der Anhängerschaft populistischer Parteien, die nicht zuletzt mit Warnungen vor einer aus der Flüchtlingsmigration resultierenden ‚Islamisierung‘ Wahlerfolge feiern und die euro­päische In­tegration mit Forde­rungen nach ei­nem Austritt ihrer Heimatländer gefährden. Trotz all dieser Spaltungsten­denzen finden sich auch Versuche einer eu­ro­pä­isch­en Antwort auf die Flüchtlingsmigration, die von Akteuren der Zivilgesellschaft ausgehen. Hierzu gehören ins­be­sondere religiöse Orga­nisationen, die nicht nur finanzielle Ressourcen und Personal etwa in der unmittelbaren Flücht­lingshilfe einsetzen, son­dern auch massiv Religion als eine kulturelle Ressource einbringen, um Brücken zwischen Mi­grant*innen und autochthoner Bevölkerung zu bauen und wechselseitiges Vertrauen zu schaffen.

Forschungsziel

Ziel des For­schungs­pro­jekts ist es, empirisch zu un­ter­su­chen, wie angesichts der derzeitigen Flucht- und Migrationsdynamiken die Potentiale von Religion optimal genutzt wer­den kön­nen, um Vertrauen zwischen autochthoner Bevölkerung und Mi­grant*innen zu stiften und so den Zusammenhalt in Europa zu stär­ken. Theoretischer Bezugspunkt ist der Sozialkapitalansatz, der herangezogen wird, um die Ar­beit von christlichen und muslimischen Ge­mein­den, die sich für Mi­grant*innen oder Ge­flüch­te­te engagieren, zu evaluieren und wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Diese Ge­mein­den wer­den exemplarisch aus Deutsch­land, Polen und den Nie­der­lan­den aus­ge­wählt, um die Di­ver­si­tät in der EU hinsichtlich der öf­fent­lichen Be­deu­tung von Religion als wichtigen Kontextfaktor berücksichtigen zu kön­nen.

Methode

Die Studie verfolgt methodisch einen Mixed-Methods-Ansatz, der Ver­fah­ren der quantitativen und der qualitativen Sozialforschung aufeinander bezieht. Während mittels eines Surveys die Mitglieder der beteiligten religiösen Organisationen befragt wer­den, um so quantitative Daten über das Vorliegen von Sozialkapital, die strukturellen Rah­men­be­ding­ung­en des Engagements und intervenierende Individualmerkmale wie Religiosität und politische Einstellungen zu er­hal­ten, wer­den zusätzlich qualitative Interviews geführt, in denen erfragt wird, wie Mitglieder ihr Engagement mit Bezug auf ih­re religiöse Tradition (religiöse Lehren, Narrative etc.) ver­ste­hen und begründen. Die Erkennt­nisse beider methodischen Zugänge wer­den an­schlie­ßend bei der Dateninterpretation und -diskussion wechselseitig aufeinander bezogen.

Mensapläne

Anfahrt & Lageplan

Der Cam­pus der Technischen Uni­ver­si­tät Dort­mund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dort­mund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dort­mund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Cam­pus Süd, die Abfahrt Dort­mund-Dorstfeld auf der A40 zum Cam­pus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Uni­ver­si­tät ausgeschildert.

Direkt auf dem Cam­pus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dort­mund Uni­ver­si­tät“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 20- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dort­mund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Uni­ver­si­tät mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dort­mund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dort­mund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Cam­pus Süd und Dort­mund Uni­ver­si­tät S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Cam­pus Nord und Cam­pus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dort­mund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dort­mun­der Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Uni­ver­si­tät. Ein größeres Angebot an inter­natio­nalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Ki­lo­me­ter entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Uni­ver­si­tät zu erreichen ist.